Zero
Royal Member
    
Dabei seit: 05.04.2002
Beiträge: 2697
 |
|
|
| |
|
caedmon
Royal Member
    
Dabei seit: 05.11.2003
Beiträge: 1698
 |
|
|
| |
|
value
Royal Member
    

Dabei seit: 05.04.2002
Beiträge: 6890
Herkunft: chez Fribourg
 |
|
| |
17.07.2009 18:51  |
jetzt wirds spannend, aus meinem Kamado duftet derzeit ein "brisket", d.h. eine heißgegrillräucherte Rinderbrust.
Also Mutterns Tafelspitz, der bei uns nie auf dem Grill landen würde.
Eingefahren ist sie heut morgen um 9.30 Uhr, hat also 9 1/4 h bei 120 bis 125 Grad über Holzkohle und gewässertem Eichenholz hinter sich.
Lange Zeit (2,5h) verhielt die Kerntemperatur zwischen 77 und 82 Grad, dieses Plateau ist wichtig, um aus dem zähen Kollagenfasern butterweiche Gelatine zu machen. Gerade hat der Braten das Plateau verlassen und ist jetzt bei 86 Grad angekommen, bei 89 kommt er raus und wird auf Eis gepackt, um die Säfte im Fleisch zu halten, in einer 3/4 Stunde kommen die Gäste, es könnte also alles perfekt klappen...
__________________ Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)
|
|
| |
|
witchdream
Royal Member
    

Dabei seit: 05.04.2002
Beiträge: 5282
 |
|
| |
03.10.2009 00:05  |
Ich gebe gern mal wieder eines meiner Top-10-Rezepte preis, also ein hausinterner Klassiker, der immer wieder gerne gekocht wird:
Stracci mit Auberginen
Stracci ist das ital. Wort für Fetzen oder Lumpen und bezeichnet hier willkürlich geschnittene Nudeln. Zu kaufen gibt es die m.W. nicht, aber mit etwas Übung wird man nie mehr auf selbstgemachte Nudeln verzichten wollen.
Nudeln (Angaben pro Person):
100g Mehl (Mehl-Mischung nach Geschmack, anteilig etwas Hartweizengries erhöht den Bissfaktor)
1 Ei
3 Prisen Salz
Mit Gabel vermengen, dann mit den Händen 10 Minuten durchkneten. Bei Bedarf sparsamst (!) etwas Wasser zuträufeln. Die Konsistenz des Teiges soll der von feuchtem Fensterleder entsprechen.
Teig in Folie packen, mind. eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen. (Man liest oft, er soll im Kühlschrank ruhen, aber das ist Mumpitz.)
Teig etwa 1,5 mm dick ausrollen bzw. in Nudelmaschine bis Stufe 5. Beliebig in "Fetzen" schneiden und etwa 4 Minuten in Salzwasser al dente abkochen. Exakte Kochdauer über mehrfachen Gartest!
Auberginensauce (Angaben für 2 Personen):
1 mittelgroße Aubergine würfeln (etwa auf 1 cm)
1 EL Koriandersamen und 2 getrocknete Chili mörsern
1 große Dose Tomaten öffnen ;o)
2 Handvoll schwarze Oliven halbieren
2 Handvoll Parmesan reiben
2 Handvoll Basilikumblätter grob hacken
roten Balsamico, Salz, Pfeffer bereitstellen
Pfanne ohne Öl heiß machen, Olivenöl rein, Aubergine anrösten. Gewürze rein und kurz mitrösten. Mit Tomaten ablöschen. Oliven beigeben. 15 Minuten (oder länger) köcheln lassen. Derweil die Nudeln auf den Weg schicken. Die Sauce mit Balsamico und Salz/Pfeffer abschmecken.
Die fertigen Nudeln abtropfen und in der Pfanne untermischen, Basilikum und Parmesan unterheben und servieren. Ein paar Basilikumblätter für die Deko.
_____________
Das Rezept ist eigentlich ultra-simpel. Lediglich der Aufwand mit den selbstgemachten Nudeln ist anfangs ungewohnt. Bei uns gibt's aber - abgesehen von Spaghetti - seit diesem Rezept keine gekauften Nudeln mehr. Die Anschaffung einer einfachen Nudelmaschine mit Handkurbel hat sich also voll gelohnt ;o)
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von witchdream am 03.10.2009 00:07.
|
|
| |
|
looser
Royal Member
    

Dabei seit: 05.04.2002
Beiträge: 1667
 |
|
|
| |
|
witchdream
Royal Member
    

Dabei seit: 05.04.2002
Beiträge: 5282
 |
|
| |
24.10.2009 10:33  |
Wieso, hast du ein Problem mit den Schraubverschlüssen? Hatte ich anfangs auch - früher wurde unser Hauswein mit echtem Korken verkauft, und es ist schon eine Umstellung, wenn das Öffnungsritual entfällt.
Andererseits sind jetzt die Zeiten passé, in denen man Korkgeschmack fürchten mußte. Die dritte Variante neben Korken und Schraubverschluß wären die Kunststoffkorken. Da wurde neulich in einer Sendung berichtet, dass diese nicht so dicht halten wie echte Korken. Als mögliche Erklärung hieß es, dass echter Kork Harze und ätherische Öle enthält, welche zur Dichtigkeit beitragen. Unterm Strich wurde der Schraubverschluss als die technisch beste Lösung beurteilt, auch wenn er nach Banausentum aussieht...
Übrigens, was die Qualität der Weine betrifft: Einfach mal probieren. 80-84 Punkte finde ich für einen Hauswein völlig OK, wenn man von den Qualitätskriterien von Robert Parker ausgeht:
http://www.erobertparker.com/info/legend.asp
Ich hab mir gerade ein Probepaket mit dem Portugieser Weißherbst bestellt und bin schon recht neugierig...
|
|
| |
|
witchdream
Royal Member
    

Dabei seit: 05.04.2002
Beiträge: 5282
 |
|
| |
24.10.2009 18:14  |
Das Thema Weinverschluss wird offenbar heftiger diskutiert, als ich es bisher mitbekommen habe. Jedenfalls ist es sehr spannend, wie ein entspannter Google-Nachmittag mit einem schlotzigen Weißwein enthüllt:
Es geht natürlich erst mal um die Kosten (auch wenn das selten thematisiert wird...). Da sind die an Säften und Wasser erprobten Schraubverschlüsse klar im Vorteil. (Obwohl die Verschraubmaschinen in der Anschaffung teuerer sind als die Verkorkmaschinen).
Wesentlich ist auch die Qualität der Naturkorken: Der begrenzte Bestand an Korkeichen (v.a. in Portugal beheimatet) konnte Ende der 90er-Jahre nicht mit dem steigenden Bedarf Schritt halten. Resultat war ein immer höherer Anteil an "verkorkstem" Wein: fünf bis zehn Prozent der Produktion war wegen minderwertigem Kork reif für den Ausguss - die EU spricht von jährlichen Schäden von 500 mio ¤.
Klimadiskussionen finden sich selbst hier: Befürworter von Kork preisen die günstige CO2-Bilanz von Korkeichen; Skeptiker halten dagegen, der energieträchtige Transport von verkorkstem Wein sei untragbar...
Dann die önologischen Argumente der Hersteller: Braucht ein Wein zum Reifen nachträgliche Sauerstoff-Zufuhr? Schraubverschlüsse dichten eindeutig besser ab als Kork, und die Höhe der O2-Zufuhr ist beim Naturprodukt Kork recht variabel und damit unberechenbar. Das spricht für Schraubverschluss bei Weißwein, dessen Fruchtigkeit erhalten bleiben soll. Lagerfähigen Rotweinen mit hohem Tannin-Anteil könnte dagegen der Sauerstoff-Nachschub durch den Korken gut tun.
Der größte Knackpunkt ist aber wohl der des Images und emotional: Schraubverschlüsse bei Wein galten anfangs als unkultiviert. Die Neuseeländer und Australier haben sich davon völlig gelöst - dort werden offenbar 90% der Weine mit Schraubverschluss getrunken. In Europa hat sich der Schraubverschluss am ehesten in Österreich und der Schweiz durchgesetzt. Die konservativen Kunden von Spitzenweinen erwarten noch einen (guten) Naturkorken, allerdings werden mittlerweile auch in Europa Spitzenweine für 140 ¤ mit Schraubverschluss hergestellt - um die Spitzenqualität dieser Weine vor Kork zu schützen.
Designmäßig läuft natürlich auch einiges. Der Saftflaschen-Drehverschluss ist eher was für Schoppenweine. Edler kommt der Schraubverschluss als long-cap daher, sozusagen der tiefer gelegter Schraubverschluss. Gegen das Proll-Image wurde auch ein Schraubverschluss entwickelt, dessen Gewinde in den Flaschenhals umgesiedelt wurde. Die Krönung ist eine Kombination von Schraubverschluss und Kork, die man wahlweise aufdrehen oder entkorken kann.
Leider hab ich nicht alle links gespeichert, aber hier sind mal zwei lesenswerte Artikel zum Thema:
http://www.sueddeutsche.de/leben/191/410963/text/
http://www.wein-plus.de/magazin/index.ht...w=inhalt&nr=224
|
|
| |
|
Winter
Royal Member
    
Dabei seit: 27.12.2005
Beiträge: 4470
 |
|
Kronkorken gingen auch noch, aber das wird dem typischen weintrinkenden FAZ-Leser nicht zu vermitteln sein, das wäre dann doch zu barbarisch.
Die von mir bevorzugte Alternative wäre der Kunststoffstopfen, der billig sein müßte und auch von der Haptik dem Naturkorken am nächsten kommt, gegen den aber angeführt wird, daß er sich nicht für lange Lagerung eigne. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schwer es offenbar ist, passende Kunststoffe herzustellen für vermeintlich einfache Aufgaben.
Die Glasstopfen sind doch noch teurer, oder?
Bei den Discountern finde ich übrigens den(!) ALDI meistens nicht ganz so gut, in Auswahl und Qualität. Beim Norma finden sich eher mal exotischere Tröpfchen, die echte Schnäppchen sind. Liegt vielleicht auch daran, daß ALDI zu groß ist und nur riesige Mengen abnehmen kann.
__________________ Auf der Ignorier-Liste: vinas = Willy
|
|
| |
|
|